News Detail

Inline-Alpin: EM-Titel für Bauer und Sing


Silas Bauer wird bei den Titelkämpfen im Inline-Alpin-Slalom in Nordspanien überraschend Europameister der Junioren. Im Parallelslalom kommt er bis ins Finale und wird Vizeeuropameister. Noah Sing holt bei den aktiven Senioren den Titel im Slalom und wird im Parallelslalom und Riesenslalom Vizeeuropameister. Außerdem holt er mit Team Deutschland den Titel im Slalom und den Vizetitel im Riesenslalom. 


Es war heiß in Villablino und die Luft war schlecht durch drei schwere Waldbrände, welche rings um die Kleinstadt in der Provinz Leon loderten, den Austragungsort der Europameisterschaften im Inline-Alpin Sport. An drei Wettkampftagen fanden von früh morgens bis spät in die Nacht insgesamt fünf Wettbewerbe statt. Die Titelkämpfe wurden in vier Altersklassen ausgetragen: Schüler, Junioren, Senioren und Masters. Fast 180 Teilnehmende aus neun Nationen hatten gemeldet.

Die Titelkämpfe starteten mit dem Teamwettbewerb im Riesenslalom. Hier nehmen je Nation zwei Männer und zwei Frauen teil. Für das deutsche Team waren Sinah Rogel (SC Vöhringen), Elea Börsig (TG Tuttlingen), Noah Sing (SV Winnenden) und Jörg Bertsch (TSV Degmarn) am Start. Die vier machten ihre Sache gut und zeigten auf der teilweise rutschigen Strecke schöne Läufe im klassischen Riesenslalomstil. Leider war der von den Spaniern gesetzte Kurs mit relativ kurzen Abständen und geringem seitlichen Versatz gesteckt, welches einen Vorteil für die sogenannte „Cross-Block-Technik“ bedeutet, welche die Italiener besonders gut beherrschen. Aus Zeitgründen wurde der erste Kurs für den zweiten Lauf nicht umgesetzt. Die Italiener gewannen mit 0,91 Sekunden Vorsprung relativ knapp vor Deutschland. Lettland wurde mit 7,73 Sekunden Rückstand Dritter.

Beim Einzelwettbewerb des Riesenslaloms hatte die Kurssetzung des ersten Durchgangs eine ähnliche Charakteristik wie im Teamwettbewerb. Die Sportler, welche mit der klassischen Technik unterwegs waren, hatten Probleme. Silas Bauer kam bei den Junioren auf Platz neun. Noah Sing erzielte als bester deutscher Mann Platz sechs. Der zweite Durchgang wurde vom deutschen Bundestrainer „drehender“ platziert. Silas Bauer verbesserte sich in der Summe beider Durchgänge auf Platz sieben. Noah Sing kam bis auf 0,12 Sekunden an den Gewinner, David Fiorot aus Italien, heran und wurde Vizeeuropameister im Riesenslalom. 

Der zweite Wettkampftag begann mit dem Teamwettbewerb im Slalom und das deutsche Team startete mit denselben Teilnehmern wie im Riesenslalom. Deutschland gewann souverän mit 8,76 Sekunden Vorsprung vor Spanien und Italien (10,59 Sekunden Rückstand).

Beim anschließenden Einzelwettbewerb im Slalom setzten die Spanier einen technisch anspruchsvollen Kurs. Silas Bauer zeigte bei den Junioren einen fehlerlosen Slalom und landete nach Fehlern und Patzern der Favoriten überraschend auf dem ersten Platz. Noah Sing zeigte einen Traumlauf und fuhr ebenfalls Bestzeit mit beachtlichem Vorsprung von 0,75 Sekunden auf den Spanier Sergio Menendez Rodriguez. Auch der zweite Kurs wurde von den Italienern anspruchsvoll gesetzt. Sing wollte seinen großen Durchgang sicher ins Ziel bringen und für Bauer entschied das Team, kein Risiko einzugehen. Ein sauberer Slalom genügte, um einen Podestplatz zu erreichen. Beide Winnender konnten ihre Devisen gut umsetzen. Silas Bauer wurde in seinem letzten Jahr als Junior Europameister im Slalom der Junioren. Noah Sing holte seinen ersten internationalen Einzeltitel und wurde Europameister im Slalom der aktiven Senioren.

Der Höhepunkt für die zahlreichen Zuschauer waren die Parallelslalom-Wettbewerbe, welche mit dem Qualifikationsrennen am frühen Morgen starteten und mit den 1/16- und 1/8 Finalen in allen Altersklassen weitergingen. Zur besten Sendezeit wurden am Abend Viertel-, Halbfinale übertragen. Die Finalläufe fanden unter Flutlicht statt. Die Winnender starteten mit Freifahrten in das 1/16-Finale. Silas Bauer fand, nachdem er anfangs Probleme beim Start und mit dem Startgate hatte, immer besser in den Wettbewerb und kam bis ins Finale, in welchem er gegen den haushohen Favoriten Georgs Smalcs aus Lettland durch einen Übersteiger im zweiten Lauf ausschied. Noah Sing hatte durchweg starke Gegner und kämpfte sich ins Finale, wo er auf Bundeskaderteamkollege Jörg Bertsch vom TSV Degmarn traf. Die beiden zeigten einen mitreisenden Kampf, welchen Bertsch knapp für sich entscheiden konnte. 

Noah Sing und Silas Bauer freuen sich über ihre Europameistertitel im Slalom (Foto: Volker Sing)

» zurück